WARUM EINE SCHULE IN UGANDA UNTERSTÜTZEN?

Weltweit gehen nach einer Studie der UNESCO 58 Millionen Kinder nicht zur Schule, davon alleine 30 Millionen in Sub-Sahara-Afrika. Viele Millionen Kinder in Entwicklungsländern besuchen zwar eine Schule, aber die Ausbildung ist nur mangelhaft, da die Ausrüstung der Schulen nicht dem aktuellen Stand entspricht, unterbezahlte Lehrer keinen Unterricht halten oder die Schüler nicht regelmäßig zur Schule gehen.
Universal Primary Education (UOE) ist seit 1997 im "CPE Act" in Uganda festgelegt, d.h. staatliche Schulen und ein Mittagessen ohne Schulgebühren bis zur 7. Klasse. Dieses Angebot wird auch durch Schulneubau, Klassenräume und Lehrer unterstützt. Offiziell gehen seither viel mehr Jungen und Mädchen zur Schule als zuvor.
Leider verlassen diese SchülerInnen die Schule ohne grundlegende Fähigkeiten in Rechnen, Schreiben und Lesen. Die Ursache dafür sind Fehlstunden von Schülern, Eltern, die sich oftmals nicht für den Lernfortschritt ihrer Kinder interessieren, und Lehrer, die wegen der schlechten Bezahlungoft zu anderen Beschäftigungsverhältnissen gezwungen sind. Weiterhin herrscht ein schlechtes Lehrer/Schüler-Verhältnis von ca. 1 zu 40 (Vergleich Europa 1 zu 15) vor.
Die ugandische Regierung veröffentlicht dazu Fakten in der jährlichen "Uwezo Bildungsstandevaluierung". Hier zusammengefasst wichtige

Fakten aus der "Uwezo Bildungsstandevaluierung Uganda" von 2011/12:

  • Nur eines aus 10 Kindern der 3. Klasse ist fähig, auf dem Niveau der 2. Klasse eine Geschichte zu lesen und Grammatikfragen zu beantworten sowie Rechenaufgaben zu lösen.
  • In Uganda gibt es 54 lokale Sprachen. Die Fähigkeiten, in der lokalen Sprache zu lesen und zu verstehen sind mangelhaft ausgebildet. Nur einer aus 10 Schülern in Klasse 3 ist in der Lage, Geschichten auf dem Niveau der 2. Klasse zu lesen und zu verstehen.
  • Von allen SchülerInnen der Jahrgangsstufen 2 bis 7 in Uganda besitzen auf dem Niveau der 2. Klasse:
    • 31,3% Fähigkeiten im Verstehen von Englisch
    • 29,6 % Fähigkeiten im Verstehen der lokalen Sprache
    • 42,1% Fähigkeiten in der Division
  • Die Leistung der Schüler in Privatschulen ist besser als die derer an staatlichen Schulen. Kinder in der 3. Klasse, die:
    • auf dem Niveau der 2. Klasse eine Geschichte lesen können: Privatschule 10 % / staatliche Schule 3 %
    • Grammatikfragen beantworten können: Privatschule 1,9 % / staatliche Schule 1,1 %
  • Es gibt keine geschlechterspezifischen Unterschiede in den Fähigkeiten.
  • Mindestens einer von zehn Lehrern und einer von 10 Schülern war nicht anwesend am Tag der Evaluierung 2012.

Fakten aus der jährlichen "Uwezo Bildungsstandevaluierung Ostafrika" in Kenia, Tansania und Uganda 2012/13:

  • Nur 29 % der Drittklässler besitzen altersgemäße Fähigkeiten in Rechnen, 25 % in Lesen und Schreiben und nur 15 % besitzen altersgemäße Fähigkeiten in beiden Bereichen.
  • Einer aus fünf Schülern der siebten Klasse besitzt nicht dieFähigkeiten in Rechnen, Lesen und Schreibenauf Niveau der zweiten Klasse.
  • Uganda nimmt unter den drei evaluierten Ländern Kenia, Tansania und Uganda damit den letzten Platz ein.
  • Im Land selbst gibt es große Unterschiede unter den einzelnen Distrikten: In Zentral- und Ostuganda bestehen durchschnittlich 50 – 60 % der Schüler die Tests, in Norduganda nur etwa 15 bis 25 %.
  • Generell schneiden Kinder aus sehr armen Haushalten schlechter ab als Kinder aus armen bzw. nicht armen Haushalten. Sehr arme Kinder besitzen dabei zu 24 %, arme Kinder zu 32 % und nicht arme Kinder zu 45 % die altersgemäßen Fähigkeiten.
  • An jedem Schultag fehlt ein Lehrer in einer öffentlichen Grundschule.
  • Die durchschnittlichen Fähigkeiten im Rechnen, Lesen und Schreiben haben sich in Ostafrika seit 2009/10 nicht geändert.

Weitere Informationen über Uganda und speziell Ibanda:

Uwezo Bildungsstandevaluierungen 2009 bis 2015
Uganda Bureau of Statistics - Education
HIGHER LOCAL GOVERNMENT STATISTICAL ABSTRACT - IBANDA DISTRICT

Weiteres:
Lexas Information Network - Länderindizes
EFA Global Monitoring Report 2015